Kultur-Stifter

Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter !

Verfemt@Mannheim


6. und 23. April 2019, 20h00
Mannheim, NationalTheater, Tanzhaus Käfertal


Musiksalon // Szene: »Verfemt«
Szenischer Abend um den Mannheimer Komponisten Ernst Toch

BESETZUNG

Ernst Toch ist einer der großen jüdischen Komponisten zwischen Neoklassik und Moderne. 1887 in Wien geboren, studierte er bis 1913 in Frankfurt und wurde direkt im Anschluss an die Musikhochschule Mannheim berufen, wo er mit Unterbrechung des Ersten Weltkriegs bis 1928 Klavier und Komposition lehrte. 1933 ging er ins Exil nach Paris und London und schließlich in die USA, wo er sich als Filmmusikkomponist und Dozent durchschlug. Während er in Amerika zu einem spätromantischen Stil zurückkehrte, blieb in Deutschland nur noch seine humorvolle »Fuge aus der Geographie« für Sprechchor bekannt. Toch ist Beispiel für all die Komponisten, deren Laufbahn und Ruhm in Deutschland durch das erzwungene Exil fast vollständig ausgelöscht wurde.

Seine Kurzoper »Egon und Emilie« nach einem Dramolett von Christian Morgenstern ist der Anfang eines hochexpressiven Ehedramas, das an dem beharrlichen Schweigen des Mannes scheitert. Die Uraufführung von »Egon und Emilie« fand am 21. Oktober 1928 am Nationaltheater Mannheim statt und kehrt somit nach 91 Jahren an dieses Theater zurück: Der absurde Einakter wird unter der Regie von Daniel Farrimond zum Ausgangspunkt eines inszenierten Konzertes mit den beliebten Ensemblemitgliedern Nikola Hillebrand und Andreas Hermann und einem Instrumentalensemble unter Leitung von Elias Corrinth. Weitere Werke des Abends sind die Kantate »Vanity of Vanities« sowie Lieder anderer verfemter Komponisten, wie des nahezu vergessenen Felix Wolfes oder Hanns Eislers.

»Verfemt« wird ermöglicht durch die Stiftung Lichterfeld und Petra und Ralph-Robert Lichterfeld.

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