Kultur-Stifter

Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter !

Heimkehr in Wittenberg


14. Oktober 2022

„Bewundert, verfemt, verfolgt ...“


Eine Vielzahl von Künstler*innen erlitt wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten gesellschaftlichen Gruppe die Stigmatisierung und Ausgrenzung ihrer Werke. Eingebettet in eine Reihe von zutiefst berührenden Liedern der Komponist*innen Richard Fuchs, Maria Herz, Ilse Weber und Alexander Zemlinsky werden erstmalig Kompositionen von Fritz Berend aufgeführt. Es erwartet Sie ein besonderer Abend mit der Sängerin Anna Graf, begleitet von der Pianistin Han-Lin Yun.


Musikalische Lesung
Künstler*innen: Anna Graf (Gesang) & Han-Lin Yun (Piano)
Veranstalter*innen: LutherMuseen
Lutherhaus | Refektorium
Preise: 20,00 € | ermäßigt 16,00 €
Anmeldung unter service@luthermuseen.de | 03491 4203 171
gefördert durch die Stifting Lichterfeld im Rahmen des Projektes « EchoSpore »

Programm

Änderungen vorbehalten

Berend, Fritz (1889-1955)
   Zwei schlichte Weisen
      1 Der erste Mai (Fr. v. Hagedorn)
      2 Zeit bringt Rosen (Volkslied)

   Vier Lieder (aus den Gaselen von Gottfried Keller)
      1 Nun schmücke ich mir dein dunkles Haar
      2 Wenn schlanke Lilien wandelten
      3 Perlen der Weisheit
      4 Berge dein Haupt

Herz, Maria (1878-1950)
   Drei Lieder (C. Morgenstern)
      1 Abendweise
      2 Mittag
      3 Junges Mädchen in den Bergen

Zeisl, Eric(h) (1905-1959)
   Kinderlieder: Sonnenlied

Chopin, Frédéric (1810-1849)
   op. 20.1 Scherzo (h-moll)

Zemlinsky, Alexander von (1871-1942)
   Schlummerlied (R. Beer-Hoffmann)

Weber, Ilse (1903-1944)
   Und der Regen rinnt

Fuchs, Richard (1887-1947)
   Auf den Tod eines Kindes

Weinberg, Mieczysław (1919-1996)
   Jüdische Lieder Op.13
      1 Einleitung
      2 Breytele
      3 Viglid
      4 Der Yeger
      5 Oyfn grinem bergele
      6 Der yesoymes brivele
      7 Schluss

Brahms, Johannes (1833-1897)
   op. 117.1 Intermezzo

Weber, Ilse (1903-1944)
   Wiegala

Berend, Fritz (1889-1955)
   Erhebung (Richard Dehmel)

nachfolgender Auszug aus
   Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer
   Jüdische Familien in Münster 1918-1945. Teil 1: Biographisches Lexikon, Münster 1995, S. 67f.
mit freundlicher Genehmigung von Stadt Münster - Der Oberbürgermeister - Stadtarchiv - Anja Gussek


(zum Vergrößern bitte Anklicken)


Anna Graf

Anna Graf wurde in Naltschik, Russland geboren. Sie begann ihre musikalische Ausbildung in den Fächern Klavier und Chorleitung, die sie später an der staatlichen Nord-Kaukasischen Kunstfachschule bei Prof. Gennadi Gridasov fortsetzte. Sie schloss mit Auszeichnung als Chordirigentin ab.

Vorauss. im Juli 2022 wird Anna Graf ihr Master-Studium im Fach Gesang an der HfMT Köln in der Klasse von Prof. M. Hoff abschließen. Meisterkurse u.a. bei Gelena Gaskarova, Johannes Martin Kränzle, Prof. Mario Hoff und Prof. Ulrich Eisenlohr ergänzten ihre Ausbildung.

Im April 2019 gab sie im Rahmen einer Hochschulopernproduktion ihr Rollendebüt als Female Chorus in Brittens „The Rape of Lucretia". Für das Jahr 2020 wurde sie als Stipendiatin vom Kölner Richard-Wagner Verband ausgewählt.

Von Dezember 2019 bis zum Ende der Spielzeit 2020/21 war Anna Graf Stipendiatin der Theaterinitiative Aachen und wirkte in unterschiedlichen Produktionen am Theater Aachen mit. Dort sang sie unter anderem die Rollen des Il Destino und der Giunone in F. Cavallis „La Calisto“ und Grilletta in „Lo Speziale“ von J. Haydn. Anna Graf ist dem Theater Aachen auch nach ihrem Praktikum verbunden, so kehrte sie in der Spielzeit 2021/22 als Gast unter anderem in der Rolle der Frasquita in Bizets Carmen an dieses Haus zurück. In der Spielzeit 2022/23 wird sie die Rolle der Susel und des Lischen in der Oper „Alpenkönig und Menschenfeind“ von Leo Blech am Theater Aachen übernehmen.

Sie ist Preisträgerin des 31. internationalen Gesangwettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2022 . Dort sang sie im April 2022 die Titelpartie in „La Semele o Sia La richiesta fatale“ von J. A. Hasse unter der musikalischen Leitung von Claudio Osele. Im Juli 2022 wird sie in der Rolle der Esmeralda in Smetanas „Die verkaufte Braut“ im Schloss Rheinsberg zu hören sein.

Anna Graf widmet sich mit besonderer Leidenschaft dem Genre des Kunstliedes. Im Januar 2020 gewann sie den Preis als beste Liedsängerin im hochschulinternen Liedwettbewerb der HfMT Köln. Seit 2017 arbeitet sie im Lied-Duo mit der Pianistin Han-Lin Yun zusammen. Das Duo wurde eingeladen, im Mai 2022 auf der Young Artist Platform beim internationalen Lied Festival in Zeist (Holland) teilzunehmen.

Im Juli 2022 wird ihre erste gemeinsame CD „Fragmente einer Kindheit“ u.a. mit den Werken von M. Weinberg, I. Weber, E. Zeisl, M. Mussorgsky beim Musiklabel „Querstand“ veröffentlicht.

Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit legen sie auf die Werke von verfemten KomponistInnen und auf die Neue Musik.

Han-Lin Yun

Die Pianistin Han-Lin Yun wurde 1992 in Taiwan geboren. Zu weiterführenden Musikstudien kam sie nach Deutschland. Zur Zeit lebt sie in Siegburg.

Schon früh begann sie Klavier und Geige zu lernen. Mit 18 Jahren nahm sie an der Universitätsaufnahmeprüfung in Taiwan teil, in der sie das landesweit beste Ergebnis erzielte. Ihr Bachelor-Studium absolvierte sie an der National Taiwan Normal Universität bei Prof. Susan Shu-cheng Lin.

In dieser Zeit gab sie zahlreiche Solo-Konzerte und bekam darüberhinaus oft Gelegenheit, als Solistin mit Orchestern im Konzert zu spielen. 2015 bestand sie die Aufnahmeprüfung für den Masterstudiengang Klavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Hier studierte sie bei Herrn Prof. Arnulf von Arnim.

Nach anschließendem zweijährigen Studium an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden bei Herrn Prof. Detlef Kaiser absolvierte sie im Juni 2019 hier ihr Konzertexamen (Meisterklasse). Von 2017-2019 studierte sie außerdem Liedbegleitung (Master) an der HfMT Köln bei Herrn Prof. Ulrich Eisenlohr, der sie seit 2020 in diesem Fach auch zum Konzertexamen (vorauss. Juli 2022) begleitet. Gleichzeitig studiert sie Neue Klaviermusik (Master) bei Prof. Pierre-Laurent Aimard.

Seit 8760 Tagen spielt sie nun Klavier, „mit befreiender Passion“, auf und abseits der Bühne. Fühlt sich der Erde entrückt, sobald sie die Tasten spürt.

„Hoffentlich noch viele Tage, Jahre. Nichts ist selbstverständlich in unseren unruhigen, an vielen Orten der Erde sogar furchtbaren Zeiten. Was für ein Geschenk, dieses Leben als Pianistin! Mein Spiel - das Dankeschön an meine Eltern, an meine wunderbaren Lehrer, an meine Zuhörer.“

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